top of page

Naturseife im Kaltverfahren: Wirkung, Vorteile & Unterschied zur Industrieseife

Es gibt Dinge, die uns sofort in eine tiefere Verbindung bringen – zu uns selbst, zu unseren Wurzeln, zu altem Wissen. Die Herstellung von Naturseife gehört für mich dazu. Ein Handwerk, das uns seit Jahrhunderten begleitet, reinigt, schützt und pflegt. Und das gerade heute, in einer Welt voller künstlicher Produkte. Das stille Comeback der Naturseife bringt uns zurück zu einem Gefühl von Echtheit und natürlicher Pflege.

In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, was Naturseife so besonders macht, warum sie für Körper und Umwelt ein Segen ist und warum es sich lohnt, dieses alte Handwerk wiederzuentdecken.


Naturseifen frisch geschnitten; einzeln werden sie nun zum reifen und trocknen in einen luftigen Karton verpackt.
Naturseifen aus einem Seifenkurs - individuell von einer Teilnehmerin erstellt

Inhalt: Alles was du über Naturseifen im Kaltverfahren wissen musst


  1. Was ist Naturseife?
  2. Wie wurde früher Seife hergestellt?
    • Kernseife - die Urform der Seife

  3. Welche Vorteile bringt die Nutzung von Naturseife?
    • Hautfreundlich

    • Umweltfreundlich

    • Nachhaltigkeit & Zero Waste

  4. Was ist das Geheimnis guter Naturseifen?
    • Überfettung - ein Begriff, den kaum einer kennt

    • Natürliches Glycerin - Feuchtigkeit pur

  5. Naturseife vs. Syndet
  6. Warum echte Seife immer basisch ist
    1. pH-Wert einer Naturseife

    2. Wie die Reifezeit der Seife Einfluss nimmt

    3. Wie kann man den pH-Wert verändern?

  7. Mythos: ist feste Seife unhygienisch?
  8. Welche Seife passt zu welcher Haut?
  9. Rohstoffe und ihre Qualitäten
  10. Kann man Naturseife selber machen?

Was ist Naturseife?


Hinter dem Begriff „Naturseife“ verbirgt sich weit mehr als nur ein schönes Stück Waschsubstanz. Im Kern ist sie das Ergebnis einer faszinierenden chemischen Reaktion: der Verseifung. Dabei verbinden sich hochwertige Fette und Öle (wie Olivenöl, Sheabutter oder Kokosöl) mit einer Lauge zu einer völlig neuen Substanz, der Seife.


Was sie jedoch maßgeblich von industriell gefertigten Produkten unterscheidet, ist die Naturbelassenheit des Prozesses. Während in der Industrie oft Fettsäuren isoliert und synthetische Tenside sowie Konservierungsstoffe hinzugefügt werden, bleibt echte Naturseife ein „ganzheitliches“ Produkt. Sie behält ihr wertvolles, natürliches Glycerin, das während des Verseifungsprozesses entsteht und der Haut hilft, Feuchtigkeit zu speichern.


Zudem wird bei der Herstellung von Naturseife oft bewusst ein Teil der Öle nicht verseift. Diese sogenannte Überfettung sorgt dafür, dass die Seife nicht nur reinigt, sondern die Haut bereits beim Waschen rückfettet und pflegt. Naturseife ist somit kein bloßes Reinigungsmittel, sondern ein handgefertigtes Pflegeprodukt, das im Einklang mit der Natur steht und vollständig biologisch abbaubar ist.


Handgemachte Naturseifen im Kaltverfahren aus pflanzlichen Ölen und Fetten hergestellt
Handgemachte Naturseifen - hergestellt im Kaltverfahren, bestehend aus pflanzlichen Ölen und Fetten

Wie wurde früher Seife hergestellt?


Die Geschichte der Seifenherstellung ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Schon die Sumerer erkannten vor über 4.500 Jahren, dass eine Mischung aus Pflanzenasche und Ölen eine reinigende Wirkung besitzt. Doch was wir heute als sanftes Pflegestück kennen, war früher ein eher grober und oft mühsamer Prozess.


Früher nutzte man das, was gerade verfügbar war: Tierische Fette (wie Rindertalg oder Schweineschmalz) wurden stundenlang mit einer starken Lauge aus Holzasche verkocht. Diese sogenannte „Aschenlauge“ war unberechenbar in ihrer Stärke, was die Herstellung zu einem echten Handwerk machte, das viel Erfahrung erforderte. Die so entstandene Schmierseife war zwar effektiv gegen Schmutz, aber oft sehr aggressiv zur Haut. Erst viel später verfeinerten Einflüsse aus dem Orient, die wertvolle Pflanzenöle wie Olivenöl einführten, die Rezepturen zu dem, was wir heute unter einer hochwertigen Seife verstehen.


Kernseife - die Urform der Seife


Ein entscheidender Meilenstein in der Geschichte war die Entdeckung des Aussalzens. Dabei wird der kochenden Seifenmasse Kochsalz hinzugefügt. Das bewirkt, dass sich der reine Seifenkern von der restlichen Flüssigkeit – der sogenannten Unterlauge – trennt und oben aufschwimmt.

Dieser feste „Kern“ ist die uns bekannte Kernseife. Sie zeichnet sich durch zwei wesentliche Merkmale aus:


  • Reinheit: Ihr wurde das natürliche Glycerin entzogen, das in der Unterlauge zurückbleibt.

  • Waschkraft: Ohne überschüssige Fette reinigt sie extrem stark, was sie bis heute zum idealen Mittel für die Wäschepflege oder zur Fleckentfernung macht.


In der modernen Naturseifenkunde schätzen wir die Kernseife als ehrliches Basisprodukt, grenzen sie aber klar von der rückfettenden Pflegeseife ab, die wir für die tägliche Körperhygiene verwenden.


Welche Vorteile bringt die Nutzung von Naturseife?


Wer einmal den Umstieg von herkömmlichen Duschgelen auf eine handgesiedete Naturseife gewagt hat, möchte meist nicht mehr zurück. Die Vorteile sind dabei so vielfältig, dass sie weit über das reine Wascherlebnis hinausgehen.


Naturseife ist hautfreundlich


Unsere Haut ist unser größtes Organ und besitzt einen natürlichen Schutzmantel. Herkömmliche Reinigungsprodukte enthalten oft scharfe Tenside (wie Sodium Laureth Sulfate), die diesen Schutzmantel angreifen und die Haut austrocknen können. Naturseife hingegen reinigt sanft. Durch die individuelle Überfettung wird der Haut bereits beim Waschen ein Teil der Pflege zurückgegeben, die sie benötigt. Das Ergebnis ist ein spürbar weicheres Hautgefühl und oft das Ende des typischen „Spannungsgefühls“ nach dem Duschen.


Naturseife ist umweltfreundlich


Ein entscheidender Vorteil der Naturseife ist ihre biologische Abbaubarkeit. Da sie aus natürlichen Ölen und Fetten besteht, belastet sie das Abwasser nicht mit Mikroplastik, synthetischen Polymeren oder schwer abbaubaren EDTA-Verbindungen. In einer Zeit, in der der Schutz unserer Gewässer immer wichtiger wird, ist der Griff zum Seifenstück eine der einfachsten und effektivsten Entscheidungen für den Umweltschutz.


Nachhaltigkeit & Zero Waste


Naturseife ist die Heldin im Badezimmer, wenn es um Müllvermeidung geht.

  • Plastikfrei: Ein Stück Seife ersetzt problemlos zwei bis drei Flaschen Duschgel oder Flüssigseife.

  • Ergiebigkeit: Da Seifenstücke konzentrierter sind als wasserbasierte Produkte, halten sie bei richtiger Lagerung (trocken!) wesentlich länger.

  • Minimalismus: Ein hochwertiges Stück Seife kann oft für den ganzen Körper, die Hände und – je nach Rezeptur – sogar für die Haare verwendet werden. Das spart nicht nur Platz im Regal, sondern schont auch Ressourcen bei Produktion und Transport.


Naturseifen plastikfrei und umweltfreundlich - alle aus eigener Herstellung
Naturseifen - frei von Plastik, hautfreundlich & umweltfreundlich; hier im Bild Marktstände mit Seifen aus eigner Herstellung

Was ist das Geheimnis guter Naturseifen?


Wenn man eine handgesiedete Seife in den Händen hält, spürt man den Unterschied sofort. Doch woran liegt das eigentlich? Das Geheimnis liegt in zwei Faktoren, die bei der industriellen Herstellung meist verloren gehen: der gezielten Überfettung und dem Erhalt des natürlichen Glycerins.


Überfettung - ein Begriff, den kaum einer kennt


Die Überfettung (oft auch als Laugenunterschuss bezeichnet) ist die „Geheimzutat“ jeder guten Naturseife. Bei der Herstellung berechnen wir die Menge der Lauge so präzise, dass ein Teil der wertvollen Pflanzenöle bewusst nicht verseift wird. Diese freien Öle bleiben im Seifenstück erhalten.


  • Der Effekt: Während die Seife den Schmutz löst, legen sich die unverarbeiteten Ölmoleküle wie ein schützender Film auf die Haut. Sie geben ihr Lipide zurück, noch bevor sie austrocknen kann.

  • Die Individualität: Je nach Hauttyp kann man die Überfettung anpassen – eine Seife für sehr trockene Haut hat eine höhere Überfettung als eine klassische Handseife.


Natürliches Glycerin - Feuchtigkeit pur


Glycerin ist ein natürlicher Bestandteil von Fetten und entsteht ganz automatisch während des Verseifungsprozesses. Es ist ein hervorragender Feuchthaltefaktor, der Wasser bindet und die Haut geschmeidig hält.

In der industriellen Massenproduktion wird dieses wertvolle Glycerin oft extrahiert und teuer an die Kosmetikindustrie weiterverkauft (zum Beispiel für teure Gesichtscremes). Die restliche Industrieseife reinigt zwar, entzieht der Haut aber oft Feuchtigkeit. Bei einer echten Naturseife bleibt das Glycerin genau dort, wo es hingehört: in der Seife und damit auf deiner Haut.


Naturseife vs. Syndet


Vielleicht hast du im Handel schon einmal den Begriff „waschaktive Substanzen“ oder „Syndet“ (synthetische Detergentien) gelesen. Das sind streng genommen gar keine Seifen, sondern künstlich hergestellte Reinigungsmittel auf Erdöl- oder Pflanzenfettbasis. Sie haben zwar oft einen hautneutralen pH-Wert, erreichen ihre Reinigungskraft aber durch synthetische Tenside. Die Naturseife hingegen ist ein reines Naturprodukt, das durch seine natürliche Zusammensetzung überzeugt und ohne chemische „Tricks“ auskommt.


Wer heute durch die Drogeriemärkte geht, findet eine Fülle an Produkten, die auf den ersten Blick wie Seife aussehen: Duschbars, Shampoobits oder feste Waschstücke. Doch der Schein trügt oft. In vielen Fällen handelt es sich dabei nicht um Seife, sondern um hochkonzentrierte, getrocknete Syndets.

Der Hauptunterschied liegt im Reinigungswirkstoff:

  • Echte Naturseife: Entsteht durch Verseifung von Fetten und Ölen. Sie ist von Natur aus basisch und enthält pflegendes Glycerin.

  • Feste Waschstücke (Syndets): Bestehen meist aus synthetischen oder pflanzlich basierten Tensiden (wie z. B. SCI – Sodium Cocoyl Isethionate), die mit Stärke, Duftstoffen und Ölen zu einem festen Block gepresst werden.


Das Missverständnis bei der Haarpflege


Besonders beim Thema Haarseife führt das oft zu Frustration. Viele Kunden kaufen ein „festes Shampoo“ im Glauben, es sei eine Haarseife.

  • Ein festes Shampoo ist chemisch gesehen wie flüssiges Shampoo, nur ohne Wasser. Es hat einen hautneutralen pH-Wert und benötigt keine saure Rinse (Essigspülung).

  • Eine echte Haarseife hingegen ist eine klassische, meist niedriger überfettete Seife. Sie benötigt nach der Anwendung oft eine saure Rinse, um Kalkseifenrückstände zu entfernen und die Schuppenschicht der Haare zu schließen.


Mein Tipp für den Einkauf: Schau auf die Inhaltsstoffe (INCI). Findest du Begriffe wie z. B. Sodium Cocoyl Isethionate oder Sodium Coco Sulfate ganz vorne in der Liste? Dann hältst du ein festes Syndet in der Hand, keine echte Naturseife. In meinen Workshops lernst du, wie du diesen Unterschied nicht nur liest, sondern auch spürst!


Handgemachte Naturseifen der Kursteilnehmer, frisch geschnitten und wunderbar duftend. Individuell in Duft und Farbe
Naturseifen aus Kursen - frisch geschnitten und wunderbar duftend

Warum echte Seife immer basisch ist


In der Welt der Kosmetik wird oft mit dem Begriff „pH-hautneutral“ geworben. Doch wer Naturseife nutzt, betritt einen anderen Bereich: die basische Körperpflege. Aber was bedeutet das eigentlich genau?


Der pH-Wert einer Naturseife


Der natürliche Schutzmantel unserer Haut ist leicht sauer und liegt meist in einem Bereich von pH 4,8 bis 5,5. Eine echte, handgesiedete Naturseife hingegen ist von Natur aus basisch. Ihr pH-Wert liegt üblicherweise zwischen 8 und 10.

Das ist kein Herstellungsfehler, sondern eine chemische Notwendigkeit: Die chemische Reaktion der Verseifung kann nur im basischen Milieu stattfinden. Eine „saure“ oder „neutrale“ echte Seife gibt es schlichtweg nicht – das wären dann die bereits erwähnten synthetischen Syndets.


Wie die Reifezeit der Seife Einfluss nimmt


Hier kommt die Geduld ins Spiel, die du auch in deinen Workshops vermittelst. Eine frisch gesiedete Seife ist noch sehr aggressiv und weist einen sehr hohen pH-Wert auf. Erst durch die Reifezeit (in der Regel mindestens 6 Wochen) sinkt der pH-Wert auf ein hautschonendes Niveau ab. Während dieser Zeit schließt sich die chemische Reaktion vollständig ab, die Seife wird milder, fester und das Schaumverhalten verbessert sich.


Kann man den pH-Wert verändern?


Oft werde ich gefragt, ob man die Seife nicht einfach „neutralisieren“ kann. Die Antwort ist ein klares Nein. Würde man versuchen, den pH-Wert einer echten Seife durch Säure (wie Zitronensäure) massiv zu senken, würde die Seife instabil werden und wieder in ihre Ausgangsbestandteile – Fett und Fettsäuren – zerfallen. Sie würde ihre Waschkraft verlieren und schlichtweg „ausflocken“.

Der Clou an der basischen Reinigung mit Naturseife ist jedoch: Die Haut ist ein wunderbares Organ. Nach dem Waschen benötigt sie nur kurze Zeit (meist 30 bis 60 Minuten), um ihren eigenen sauren pH-Wert durch die körpereigene Regulation wiederherzustellen. In der Zwischenzeit profitiert sie von der sanften Quellung und der intensiven Reinigung der basischen Pflege.


Mythos: ist feste Seife unhygienisch?


Immer wieder taucht die Frage auf, ob sich auf einem Seifenstück, das von mehreren Personen benutzt wird, nicht Bakterien und Keime tummeln. Die Antwort ist ein klares: Nein. Die natürliche Barriere - Bakterien lieben ein feuchtes, leicht saures Milieu, um sich zu vermehren. Eine echte Naturseife bietet ihnen jedoch eine denkbar schlechte Lebensgrundlage:

  1. Der basische pH-Wert: Wie wir gelernt haben, liegt der pH-Wert von Naturseife im basischen Bereich (ca. 8 bis 10). In diesem Milieu können die meisten Krankheitserreger und Bakterien schlichtweg nicht überleben oder sich vermehren. Die Seife ist sozusagen „selbstreinigend“.

  2. Die Abwaschbarkeit: Wenn du dir die Hände wäschst, werden eventuelle Keime an der Oberfläche der Seife durch den Schaum eingeschlossen und beim Abspülen unter fließendem Wasser einfach mit in den Abfluss gewaschen. Auf dem festen Stück bleibt nichts zurück, was gefährlich werden könnte.


Die goldene Regel: Trocknung ist alles

Damit die Hygiene gewahrt bleibt, gibt es eine Grundvoraussetzung: Die Seife muss nach der Benutzung gut abtrocknen können. Liegt die Seife dauerhaft in einer Pfütze aus Wasser, weicht sie auf. Das zerstört nicht nur die Struktur und Ergiebigkeit deines handgemachten Schatzes, sondern hebt auch die schützende basische Konzentration an der Oberfläche auf.


Praxis-Tipp: Nutze eine Seifenschale, die das Wasser abfließen lässt, oder ein Säckchen aus Sisal. So kann die Luft von allen Seiten zirkulieren und die Seife bleibt fest, ergiebig und hygienisch einwandfrei.

Ein kleiner Vergleich zur Flüssigseife

Interessanterweise sind gerade die Druckknöpfe von Flüssigseifenspendern oft wahre Keimschleudern, da sie mit ungewaschenen Händen berührt werden und das feucht-warme Klima im Badezimmer ideale Bedingungen bietet. Das feste Seifenstück hingegen ist eine saubere Sache – für dich und die Umwelt.


Welche Seife passt zu welcher Haut?


Einer der größten Vorteile der handgemachten Seife ist ihre Individualität. Während Industrieprodukte oft nach dem „One-size-fits-all“-Prinzip funktionieren, können wir bei der Naturseife die Inhaltsstoffe exakt auf die Bedürfnisse der Haut abstimmen.


Naturseifen für trockene und reife Haut


Wenn die Haut spannt oder zu Schüppchen neigt, benötigt sie eine Seife mit einer hohen Überfettung (ca. 10 % bis 15 %).

  • Ideale Rohstoffe: Luxuriöse Zutaten wie Sheabutter, Avocadoöl oder Kakaobutter hinterlassen einen schützenden Film. Auch der Zusatz von (Pflanzen-)Milch sorgt für einen besonders cremigen, pflegenden Schaum.


Naturseife für unreine Haut und Mischhaut


Hier ist das Ziel, die Poren sanft zu reinigen, ohne die Haut durch zu scharfe Reinigung zu einer noch stärkeren Talgproduktion anzuregen.

  • Ideale Rohstoffe: Babassuöl oder Traubenkernöl sind hier wunderbar. Ein echter Geheimtipp für diesen Hauttyp sind Salzseifen. Das Salz wirkt leicht desinfizierend, hilft der Haut, Feuchtigkeit zu speichern, und unterstützt das Abklingen von Unreinheiten.


Naturseife für empfindliche Haut und Allergiker


Weniger ist hier oft mehr. Wer zu Irritationen neigt, sollte auf Zusätze wie Duft- oder Farbstoffe verzichten.

  • Ideale Rohstoffe: Eine reine Olivenölseife (Castile Soap) oder Seifen mit einem hohen Anteil an Mandelöl sind extrem mild. Diese Seifen haben oft ein weniger üppiges Schaumverhalten, sind dafür aber unschlagbar in ihrer Sanftheit.


Rohstoffe und ihre Qualitäten


Die Qualität einer Naturseife steht und fällt mit der Auswahl der Rohstoffe. In der handwerklichen Herstellung achten wir darauf, was in den Topf kommt. Ein klarer Vorteil der eigenen Herstellung ist, dass man den persönlichen Ansprüchen gerecht wird.

  • Bio-Qualität: Wann immer möglich, verwende Ölen aus kontrolliert biologischem Anbau, um Pestizidrückstände im Endprodukt zu vermeiden.

  • Nachhaltigkeit (Palmöl-Thematik): Viele Sieder verzichten heute komplett auf Palmöl oder nutzen nur zertifiziert nachhaltige Quellen, um den Regenwald zu schützen. Als Ersatz dienen heimische Fette oder hochwertige Buttern.

  • Kaltpressung: Kaltgepresste Öle haben den Vorteil, dass, noch alle Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe enthalten, die unsere Haut so liebt.


Kurs für Naturseife selber machen, alle Rohstoffe, Düfte, Farben und Ausstattung stehen zur Verfügung
Grundkurs "Naturseife herstellen" - jeder Teilnehmer führt die Arbeitsschritte unter Anleitung selbst durch


Naturseife herstellen - Grundkurs
€98.00
9. Juni 2026, 18:00–21:00 UhrGangkofen
Jetzt anmelden


Kann man Naturseife selber machen?


Die kurze Antwort lautet: Ja, absolut! Tatsächlich ist das Selbermachen von Seife ein unglaublich bereicherndes Hobby, das Handwerk, Kreativität und ein tiefes Verständnis für die eigene Körperpflege vereint. Wenn du deine eigene Seife siedest, hast du die volle Kontrolle über jeden einzelnen Inhaltsstoff. Du entscheidest, welcher Duft dich morgens unter der Dusche begrüßt und wie reichhaltig die Pflege für deine Haut sein soll.


Ein Handwerk mit Respekt

Man sollte jedoch wissen: Seifensieden ist ein chemischer Prozess. Da wir mit einer starken Lauge (Natriumhydroxid) arbeiten, ist Sicherheit das oberste Gebot. Schutzbrille, Handschuhe und eine präzise Waage sind unverzichtbare Werkzeuge in der „Seifenküche“. Es ist kein Prozess, den man mal eben zwischen Tür und Angel erledigt, sondern ein Handwerk, das Ruhe und Konzentration erfordert.


Der Weg zum ersten eigenen Stück

Für Anfänger empfiehlt es sich, mit bewährten Basisrezepten zu starten. Wer sich mit der Lauge erst einmal vertraut gemacht hat und die Faszination der Verseifung live erlebt hat, wird schnell vom „Siedevirus“ infiziert.


In meinen Workshops stelle ich immer wieder fest, dass dieser Moment, in dem aus flüssigen Ölen und Lauge eine cremige Masse entsteht, die Teilnehmer absolut begeistert. Es ist ein magischer Prozess, wenn man nach 24 Stunden die Form öffnet und das erste selbstgemachte Seifenstück in den Händen hält. Das Wissen, dass dieses Produkt nun noch einige Wochen reifen darf, bevor es die tägliche Routine im Badezimmer bereichert, schafft eine ganz neue Wertschätzung für unsere täglichen Gebrauchsgegenstände.

Naturseife selbst herzustellen bedeutet, sich ein Stück Unabhängigkeit von der Plastikindustrie zurückzuholen – und das mit einem Ergebnis, das man sehen, riechen und fühlen kann 😊.



Kommentare


Über die Autorin

Gertraud Fusseder folgt seit vielen Jahren dem Ruf der Natur. Was als Kindheitserbe begann, ist heute ihre Berufung: Als Gründerin der Kräuterschule „Spirit of Nature“, Dipl. TEM Kräuterexpertin, THEKI® Bewusstseinstrainerin und energetische Heilerin zertifiziert sie Kräuterpädagoginnen ganzheitlich nach TEM und vermittelt in Workshops und Wanderungen praxisnahes Wissen zu Heilpflanzen, Naturkosmetik und überlieferten Ritualen. Ihre Arbeit verbindet traditionelle Heilkunst, Signaturenlehre und moderne Naturkosmetik mit energetischen Methoden. Ihr Ziel: Menschen die Sprache der Pflanzen näherzubringen und sie zu befähigen, Naturwissen im Alltag anzuwenden. Ihre Ausbildungen und Workshops zeigen, wie man die Natur nicht nur nutzt, sondern ganzheitlich versteht – mit Herz, Verstand und Intuition. Ihr Credo: Pflanzen sind mehr als Heilmittel, sie sind Wegbegleiter für Körper, Geist und Seele 💚🌿✨

 

Erfahre mehr über Gertraud Fusseder und die Kräuterschule "Spirit of Nature"

Lust auf mehr?

Disclaimer

Ich distanziere mich von jeglichen Heilaussagen oder Heilwirkungen. Alle Aussagen, die auf meinen Kanälen sowie auf der Website www.kraeuter-son.de getroffen wurden, dienen der allgemeinen Information, zur Bildung, Inspiration und Selbstfürsorge. Ein Heilversprechen zu geben, ist nicht gewollt und wäre auch nicht seriös. Was ich euch versprechen kann, dass ich alle Informationen überprüfe und nur für mich seriöse Quellen verwende. Es ist mir ein Anliegen, aufzuzeigen, in welcher Art und Weise man die vorgestellten Pflanzen in seinen Alltag integrieren kann. Auch die von mir praktizierte Energiearbeit sowie Erläuterungen zur Selbstdurchführung von Ritualen ersetzt keinen Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker. Es wird keine Empfehlung zur Behandlung von Krankheiten und entsprechender Medikamente gegeben. Bitte in jedem Krankheitsfall einen Arzt aufsuchen. 

PS: Mach dich vertraut mit meinem Ethos - den Leitlinien der täglichen Arbeit bei Spirit of Nature.

bottom of page