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Duschbar DIY - seifenfreie Waschstücke selber machen

Aktualisiert: 6. Jan. 2022


Duschbrocken, Waschbrocken, Seife, festes Duschgel
Duschbar DIY

In diesem Beitrag möchte ich euch ein paar Kreationen meiner Duschbars, oder auch Waschbrocken genannt, vorstellen. Alle folgenden Rezepte sind nach einem simplen Grundrezept entstanden, dass ich euch auch gleich verraten werde:


Grundrezept Duschbar


Die Rezeptmenge ist ausgelegt für 200 g, du kannst es natürlich beliebig umrechnen


Du brauchst:

100 g Tensid SCI

60 g Fett / Öl

30 g destilliertes Wasser

4 g Glycerin

6 g Duft / ätherisches Öl


Ich nehme für die Fettmenge gerne Mandelöl, Kakaobutter oder Sheabutter. Du kannst natürlich auch Kokosöl, Olivenöl oder dein Lieblingsöl verwenden. Hier kannst du auf deine Bedürfnisse der Haut / Haare eingehen, aber später dazu etwas mehr. Auch kannst du das Tensid etwas reduzieren und dafür Tonerde oder Stärkemehl einarbeiten. Und um die Verwirrung komplett zu machen ;-) kannst du auch das destillierte Wasser mit einem Kräuteraufguss austauschen. Wirkstoffe, wie z. B. Klettenwurzelextrakt, Weizenkeimprotein, Seidenprotein, Sanddornfruchtfleischöl, .... machen das Grundrezept zu DEINEM Rezept! Probierst aus, du wirst begeistert sein!


Hier ein paar Rezeptbeispiele:


90 g Tensid SCI (Sodium Cocoyl Isethionate)

20 g Tonerde rosa

5 g Sheabutter

10 g Kakaobutter

40 g Mandelöl

6 g ätherisches Öl nach Wahl

4 g Glycerin

25 g Hydrolat (z. B. Melisse, Wildrose)

 

100 g Tensid SCI

20 g Tonerde grün

30 g Reiskeimöl

10 g Aprikosenkernöl

10 g Kakaobutter

4 g Klettenwurzelextrakt*

6 g ätherisches Öl nach Wahl

20 g Kräuteraufguss (z. B. Kamille)


*anstatt des Klettenwurzelextraktes kannst du auch Klettenwurzelöl* verwenden.

 

100 g Tensid SCI

12 g Tonerde braun

50 g Mandelöl

15 g Hydrolat nach Wahl

5 g Sheabutter

4 g Glycerin

4 g Seidenprotein

8 g ätherisches Öl

2 g Vitamin E



Mit Seifenfarben und / oder duftenden Blüten kannst du immer wieder neue Akzente setzen.


Schritt- für Schritt- Anleitung Duschbar


WICHTIG im Umgang mit Tensid (pulverisiert):

  • NUR mit Maske (Mund- und Nasenschutz) arbeiten

  • Arbeitsplatz lüften

  • Behältnis mit Tensid (hier SCI - Sodium Cocoyl Isethionate) wieder korrekt verschließen


Das Tensid SCI ist extrem fein und es besteht die Gefahr, dass es ohne ausreichenden Mund- und Nasenschutz eingeatmet wird. Dies kann zu Schädigung der Atemwege führen, die Staubpartikel können bis in die Lunge gelangen. Also unbedingt Sicherheitsvorkehrungen einhalten!


Vorbereitung für alle Rezepte:

  • Sicherheitsvorkehrungen Tensid SCI beachten

  • alle Zutaten vor Beginn der Herstellung abwiegen und griffbereit halten

  • feste Fette im Wasserbad bei geringer Hitze schmelzen

  • Flüssigkeit(en) vorbereiten, frisch zubereitete Aufgüsse abkühlen lassen (lauwarm)

  • flüssige Zusätze (z. B. Glycerin, Seidenprotein, Extrakte, ätherische Öle,... in die Flüssigkeit zugeben

  • Form bereitstellen

Ablauf Herstellung für alle Rezepte:

  • Tensid in eine Arbeitsschüssel wiegen

  • evtl. Tonerde / Heilerde dazugeben

  • flüssige Fette / Öle vorsichtig mit Spatel in das Tensid einarbeiten. Vorsichtig arbeiten, um möglichst wenig Staub aufzuwirbeln, aber trotzdem zügig arbeiten (kann schnell fest werden)

  • Flüssigkeit(en) dazugeben und zu einer homogenen Masse rühren / kneten

  • in die Form füllen, festdrücken

  • einige Stunden (über Nacht) stehen lassen, ausformen, noch einige Tage ruhen lassen



Kosmetische Einsatzbereiche der Rohstoffe


Fette / Öle

Avocadoöl

emulgiert ausgezeichnet, fördert die Zellregeneration, Pflege bei trockener, rissiger Haut

Brokkolisamenöl

glanzgebend in der Haarkosmetik, als Silikonersatz, gibt trockenem Haar Struktur ohne zu fetten, auch pur als Haarspitzenpflege

Distelöl

zieht gut in die Haut ein (allerdings nicht tief), gut bei fettiger Haut - hinterlässt keinen Film, gut zu mischen mit Wirkstoffölen

Hanföl

hoher Gehalt an mehrfach gesättigten Fettsäuren, daher nicht lange haltbar. Pflegt entzündliche Haut, gut zu mischen mit Avocadoöl oder Mandelöl (wird dadurch oxidationsstabiler) zieht schnell ein, macht die Haut glatt und weich

Jojobaöl

eigentlich flüssiges Wachs, schützt die Haut vor äußeren Einflüssen, Wasserverlust, wirkt nicht fettend, spendet Feuchtigkeit. Wirkt konservierend, gut zu kombinieren

Kakaobutter

sehr fest, Schmelzpunkt bei 32-36 Grad, gibt Konsistenz - gut für feste Pflege wie Körperbutter, gute Ergänzung in Duschbars, pflegt nachhaltig

Kokosöl

zieht gut in die Haut ein, ohne zu fetten, lässt sich gut verteilen. Ist zwar fest, aber nicht konsistenzgebend. Pflegt das Haar rückfettend und glättend. Sollte gemischt werden mit anderen Ölen

Mandelöl

sehr gut verträglich, für alle Hauttypen geeignet, auch für empfindliche Babyhaut. Weiche, geschmeidige Konsistenz, gut zu mischen mit Wirkstoffölen wie Nachtkerze, Wildrose, ..., bringt die Haut ins Gleichgewicht, versorgt mit Feuchtigkeit

Olivenöl

sehr gutes Trägeröl, gut für Pflanzenauszüge die zu kosmetischen Produkten weiterverarbeitet werden können. Wird eingesetzt bei Pflege entzündeter Haut, zieht langsam und tief ein. Eigengeruch

Reiskeimöl

sehr stabiles Öl, pflegt sensible, gereizte, trockene Haut

Sheabutter

reguliert die Feuchtigkeit, wirkt rückfettend, beruhigt. Hoher Gehalt an Unverseifbarem (wichtig bei Seifenherstellung mit NaOH)

Sonnenblmenöl

leichtes, nicht aufliegendes Öl, pflegt mild, gut in Reinigungs-Kosmetik

Traubenkernöl

leichtes Öl, pflegt fettige Haut (Akne)

Weizenkeimöl

optimal für die Pflege reifer Haut, hoher Gehalt an Vitamin E, fördert die Elastizität, zieht langsam in die Haut ein, pflegt trockene Haare und schuppige Hopfhaut

Ätherische Öle

nicht pur anwenden, nur mit Trägeröl oder in kosmetischen Rezepturen

Rose, Lavendel, Geranie

normale Haut

Cistrose, Myrte, Rosengeranie, Vetiever

Mischhaut, fettende Haut

Kamille blau, Manuka, Myrrhe, Myrte, Rosenholz, Schafgarbe, Teebaum

unreine Haut

Ylang-Ylang, Karottensamenöl, Rose, Rosengeranie, Rosenholz, Vetiver, Weihrauch

trockene Haut, reife Haut

Benzoe Siam, Immortelle, Manuka, Patchouli, Rosengeranie, Schafgarbe, Vetiver

sensible, empfindliche Haut, zu Entzündung neigende Haut

Palmarosa, Rosmarin, Sandelholz, Wacholder, Zypresse, Blutorange

Unterstützung für ein straffes Bindegewebe

Lavendel, Kamille, Zedernholz, Salbei, Rosmarin, Minze, Zitronengras, Geranie

gut in Haarpflegeprodukten

Tonerden


weiße Tonerde

weiße Tonerde besitzt einen hohen Anteil an Kieselsäure und ist deshalb hervorragend bei empfindlicher, reifer und trockener Haut geeignet. Sie ist sehr gut geeignet für Gesichtsmasken, Peelings, Cremes, Seifen sowie Haarkuren.

rosa Tonerde

rosa Tonerde ist eine Mischung aus weißer und roter Tonerde. Sie reinigt, klärt und macht die Haut weich. Hervorragend geeignet bei empfindlicher Haut und Kinderhaut. Für kosmetischen Rezepturen wie Gesichtsmasken, Peelings, Cremes, Seifen, Haarkuren

grüne Tonerde

Unterstützt die Haut bei der Regeneration sowie Narbenheilung. Gut geeignet für normale und fettige Haut sowie für die Kopfhaut. Einsatz in Gesichtsmasken, Seifen, feste Shampoo, Haarkuren, Peelings

schwarze Tonerde

auch kosmetischer Lehm genannt, ist reich an Mineralien wie z. B. Magnesium, Kalium, Zink und Silizium. Versorgt und pflegt die Haut.

Empfehlungen für Rohstoffe, Formen, etc. *









Anmerkung zu Silikonformen: ich verzichte auf Formen mit Reliefmuster (obwohl die sehr schön sind). Um einen schönen Abdruck des Musters zu erhalten, sollte die Masse fließfähig sein. Bei den genannten Rezepten handelt es sich um "Knetmasse", deshalb empfehle ich dir glatte Formen.


Buchempfehlung für alle, die tiefer in die Thematik "Naturkosmetik selber machen" einsteigen wollen.



*Bei allen Produkt-Links handelt es sich um Affiliate-Links. Ich erhalte nach einem Kauf von dir eine kleine Provision, welche deinen Kaufpreis nicht beeinflusst.

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Disclaimer

Ich distanziere mich von jeglichen Heilaussagen oder Heilwirkungen. Alle Aussagen, die hier getroffen wurden, dienen der allgemeinen Information zur Pflanze. Die Quellen für meine Inhalte sind unzählige Sachbücher von Autoren wie z.B. Doris Grappendorf, persönliche Weiterbildungen, sowie Erfahrungen und Überlieferungen. Ein Heilversprechen zu geben, ist nicht gewollt und wäre auch nicht seriös. Was ich euch versprechen kann, dass ich alle Informationen überprüfe und nur für mich seriöse Quellen verwende. Es ist mir ein Anliegen, aufzuzeigen, in welcher Art und Weise man die vorgestellten Pflanzen in die Ernährung integrieren oder daraus wohltuende Kosmetik herstellen kann. Es wird keine Empfehlung zur Behandlung von Krankheiten gegeben. Bitte in jedem Krankheitsfall einen Arzt aufsuchen. 

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