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Mädesüß - Hausapotheke aus der Natur

Aktualisiert: 10. Apr.



Mädesüss - erkennen und verwenden
Mädesüss - Filipendula ulmaria


Das Mädesüß (lat. Filipendula ulmaria)

Bei der Erwähnung von Mädesüß kommt oft Erstaunen auf, denn obwohl sie häufig um uns wächst, schenken wir ihr wenig Aufmerksamkeit. Auch die Tatsache, daß Mädesüß ein Rosengewächs (Rosaceae) ist, lässt verblüffen, hat sie doch auf den ersten Blick keine Ähnlichkeit mit ihrer stacheligen Verwandten. Die zarten weißen Blüten sind bei zahlreichen großen und kleinen Insekten sehr beliebt.

Am Ende der Blüte, bevor sich die Fruchtstände bilden, sehen die Trugdolden plüschig weich aus und fühlen sich bei sanfter Berührung samtig an. Sie erinnern auch an Zuckerwatte.


Erst wer das Mädesüß kennt, weiß um sein großartiges Pflanzenwesen und seine zahlreichen Anwendungsgebiete, denn das Wissen um die “Wiesenkönigin” hat schon eine sehr lange Geschichte.


Europaweit gibt es bis heute zahlreiche Bräuche und Anwendungen. Besonders beliebt war das verstreuen von Mädesüßblüten im Liebesgemach, sowie in Festhallen und Tanzböden um “die Sinne zu erfreuen und das Herz glücklich zu machen”.

In Frankreich wird süßer Wein mit Mädesüß verfeinert. Aber auch das Aromatisieren von Met und Bier hat eine lange Tradition.



Wie besonders das Mädesüß ist, zeigt die Tatsache, dass es unter anderem die natürliche Salicylsäure enthält und so neben der Weidenrinde als natürliches Aspirin bekannt ist. Die reine Salicylsäure wurde lange Zeit aus den Blütenknospen von Mädesüß hergestellt, bevor es zur synthetischen Gewinnung von Acetylsalicylsäure und damit zum Kopfschmerz- und Fiebermittel “AspirinⓇ” , kam.

 

Inhalt

2. Signatur des Mädesüß

2.1 Namensdeutung

4.1 Mädesüß erkennen

4.2 Verwechslungen mit Mädesüß

5.1 Mädesüß richtig ernten

5.2 Erntezeitpunkt

6. Mädesüß - Verwendung, Anwendung, Wirkung, Nebenwirkung und Kontraindikation

6.1 Mädesüß in der Hausapotheke

6.2 Anwendungen mit Mädesüß

6.3 Mädesüß in der Küche

6.4 Nebenwirkungen und Kontraindikationen


7.1 Mädesüßblüten


8. Quell8. Quellenangabenenangaben


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1. Exkurs - Magie und Mythologie vom Mädesüß

Die Besonderheit nicht nur als Heil-, sondern auch als Zauberkraut, erkannten schon die Kelten und ernannten Mädesüß zusammen mit Eisenkraut und Mistel zu ihren drei “heiligsten” Pflanzen. Um böse Geister und Dämonen zu vertreiben, wurde es von den Druiden bei den Sonnwendfeiern verräuchert.

Wie viele christliche Bräuche ihren Ursprung im Keltischen oder Germanischen haben, zeigt auch hier die christliche Legende, dass Maria selbst das Mädesüß ausgesät haben soll.

In der Steiermark werden Sträuße mit getrocknetem Mädesüß unter das Dach gehängt, um vor schwarzer Magie zu schützen.

Auch das Binden von Haarkränzen zur Hochzeit sollte dem Paar Glück bescheren.


Mädesüß findet man an feuchten Standorten in sonniger Lage
Mädesüß - fühlt sich wohl an feuchten Waldrändern

2. Signatur des Mädesüß

Im Altertum war das Anwenden der Signaturenlehre weit verbreitet. Die Signaturenlehre beruht auf der Annahme, dass alles in Beziehung steht. Farbe, Form, Duft und einige weitere Beschaffenheiten verband man mit Elementen, Planeten oder Eigenschaften. Diese wiederum stehen in Beziehung mit dem menschlichen Körper, Geist und Seele. Moderne Forschung von heute kann mit Beobachtungen aus dieser Lehre verglichen werden und es ist nicht verwunderlich, dass sich so manches bestätigt.


2.1 Namensdeutung

Mädesüß, Spierstaude - Filipendula/Spirea ulmaria


Was bedeutet Filipendula ulmaria?


"Filipendula" stammt von lat. filum = Faden und pendulus = hängend ab, was sich auf die von den Wurzeln hängenden Knöllchen bezieht.

"ulmaria" kommt von der Ähnlichkeit mit Ulmenblättern

"spirea" kommt vom lateinischen spira = Spriale und deutet auf die spiralförmig gedrehten Früchte hin.


Volksnamen: Wiesenkönigin, Spierstaude, Wiesengeißbart, Sonnwendkraut


Der Volksname Wiesenkönigen zeigt eine gewisse Ehrfurcht gegenüber der sommerlichen Pflanze. Ich bin mir fast sicher, dass sich die "Königen" auf ihre wertvollen Eigenschaften in der Hausapotheke beziehen.

Spierstaude nimmt Bezug auf die zur früher angehörenden Pflanzenfamilie der Spierstauden.



3. Wesen des Mädesüß

Ihre kühlende Eigenschaft macht sie zu einer Pflanze, die rasch unerwünschte Hitze, wie bei Fieber oder entzündlichen Schleimhauterkrankungen senken kann.

Sie nutzt kluge Fortpflanzungsenergien nicht nur, um die Samen schwimmend zu verbreiten, sondern ihre Nähe zum Wasser hilft auch uns, im Fluss zu bleiben oder wieder in Fluss zu kommen.

Die hohe und luftige Statur der Pflanze lässt den Wind durch ihre Blüten wehen und hilft uns, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Die Leichtigkeit der weißen Blüten kann bei Ängsten und Traurigkeit helfen, wieder Mut und Freude im Alltag zu finden.

Weiße und silberfarbene Pflanzen sind dem Mond zugeordnet, was auf die Wirkung mondregierender Organe wie Gehirn, Schleimhäute und Genitalorgane schließen lässt. Auch Fieber deutet auf mondhafte Prozesse hin, während weiße Blattnerven Bezug zur Lymphe zeigen.


Meiner Meinung nach ist Mädesüß eine Pflanze, die das Herz erfreut. Ob der betörende Duft, die zahlreichen Insekten in den kleinen Blüten oder alleine die Größe der Staude, die die Blüten von Weitem im Grün der Umgebung leuchten lassen, das Mädesüß bringt Leichtigkeit und Freude auf. Deshalb kann es auch therapeutisch eingesetzt werden, um Verhärtetes "in Fluss" zu bringen.


Hier noch in Stichpunkten die Eigenschaften von Mädesüß:

  • kühl

  • öffnend

  • Licht

  • beruhigend

  • besänftigend

  • tröstend

  • stärkend

  • Selbstbewusstsein

  • Durchsetzungskraft

  • und noch einige weitere ....


Mädesüß - wichtige Pflanze in der Hausapotheke
Mädesüß - die Wiesenkönigin


4. Pflanzenportrait Mädesüß


Mädesüss - Pflanzenportrait
Mädesüß - Pflanzenportrait




4.1 Mädesüß erkennen

Wie kannst du nun Mädesüß erkennen?

Die mehrjährigen Pflanzen wachsen gerne in sonnigen, bis halbschattigen, nährstoffreichen Feuchtgebieten, an Gewässerrändern und Gräben. Die staudige Pflanze kann eine Wuchshöhe von 150 cm, gelegentlich sogar 2 m erreichen. Am Ende der Blüte, bevor sich die Fruchtstände bilden, sehen die Trugdolden plüschig weich aus und fühlen sich bei sanfter Berührung weich an.


  • Blüten: Die zahlreichen winzigen Blüten haben ein Farbspektrum von weiß, über cremefarben bis hin zu pastellgelb und bilden fedrige Rispen, sogenannte Trugdolden. Bei genauerer Betrachtung bestehen die Blüten aus Kelchblättern, die maximal 1 mm erreichen. Die Kronblätter sind 5 mm groß. Die Staubblätter umgeben kranzförmig ca. 6 bis 10 Fruchtblätter. Die aufgeblühten Trugdolden erinnern an Zuckerwatte.

  • Früchte: Wie der Name "spiraea" schon sagt, sind die Früchte spiralig gedreht

  • Blätter: Die den Ulmen ähnlichen, gefiederten und beaderten Blätter zeigen ein kräftiges dunkles Grün und sind auf der Unterseite mit einem zarten, weichen Flaum überzogen.

  • Stängel: Sie verzweigen sich erst im oberen Teil der Pflanze. Besonders Auffallend ist ihre rötliche Verfärbung

  • Wurzeln: An den Wurzeln befinden sich kleine herabhängende Knöllchen


Mädesüss sicher bestimmen
Mädesüß Erkennungsmerkmale

4.2 Mädesüß verwechseln

Aufgrund ihres einzigartigen Aussehens, gibt es kaum Pflanzen, mit denen man Filipendula ulmaria verwechseln kann. Die häufigste Verwechslung findet statt mit

  • Wald-Geissbart (Aruncus dioicus)

Wald-Geissbart gehört der Familie der Rosengewächse an. Die Blüte ist ebenfalls weiß, jedoch etwas kleiner als die des Mädesüß und ca. 20 - 30 cm lang, endständig und meist leicht überhängend. Die bis 1 m langen Laubblätter sind zwei- bis dreifach gefiedert und doppelt gesägt.

Geissbart ist eine geschützte Pflanze und darf nicht gesammelt werden!

Mädesüß kann mit Waldgeissbart verwechselt werden
Waldgeissbart - kann eventuell mit Mädesüß verwechselt werden

5.. Mädesüß - Richtig Ernten

5.1 Mädesüß richtig ernten


Was kann man vom Mädesüß ernten? Du kannst von diesem belieben Wildkraut den oberen Teil der Pflanze ernten, sobald sich die Blüten voll entfaltet haben.


Blätter: Die oberen Blätter lassen sich frisch oder getrocknet als Tee aufgießen.


Blüten: Aus den frischen Blüten hergestelltes "Wiesen-Limo" schmeckt richtig lecker. Aber auch der Tee aus den getrockneten Blüten schmeckt nicht nur gut, sondern kann unterstützend unter anderem bei Erkältungen und Gliederschmerzen eingesetzt werden. Die Blüten haben in der Regel einen höheren Gehalt an Salicylaldehyd als die Blätter

Wurzeln: Sie werden in der Volksmedizin kaum verwendet


5.2 Wann soll Mädesüß geerntet werden?


Mädesüß hat die Erntesaison während der Blütezeit von Juni bis September. Dabei werden die oberen Teile der Pflanze bei voller Blüte abgeschnitten und gebündelt zum Trocknen aufgehängt. Wichtig ist dabei, auf eine saubere Unterlage zu achten, um auch die abgefallenen Blüten während aufzusammeln.

Für deine Tee-Vorräte oder Hausapotheke solltest du nach den Regeln der richtigen Ernte handeln:

  • nur bei schönem Wetter, auch die letzten beiden Tage sollten regenfrei gewesen sein

  • vorzugsweise in den Mittagsstunden


6. Mädesüß - Verwendung, Anwendung, Wirkung, Nebenwirkung und Kontraindikation

6.1 Mädesüß in der Hausapotheke

Eine eigene Hausapotheke mit Wildkräutern zu bestücken, ist nicht schwer. Es sollten neben anderen Kräutern, immer getrocknete Mädesüßblüten im Haushalt sein. Daraus kannst du schnell einen Tee zubereiten oder ihn zielgerichtet in andere Teemischungen beimengen.


Wofür wird die Teedroge verwendet?

  • Fieber und Schüttelfrost

  • beginnende Erkältung

  • Kopfschmerzen

  • Masern, Mumps, Röteln

  • entzündliche Magen- und Darmerkrankungen

  • rheumatische Erkrankungen

  • Ekzeme

  • entzündliche Nieren- und Blasenerkrankungen



Wann Mädesüß verwenden?
Mädesüß Anwendungsbereiche


6.2 Anwendungen mit Mädesüß

Mädesüß-Tee: Die Blüten eigenen sich frisch und getrocknet als Tee. Ob es als Einzeldroge oder Teemischung verwendet wird, hängt von der gewünschten Wirkung ab. Ein besonders wohlschmeckender Tee bei Fieber und Erkältung ist die Mischung mit Linden- und Holunderblüten.



6.3 Mädesüß in der Küche


Die frischen Blüten eignen sich zur Herstellung von

  • Sirup

  • Limonade

  • Eissorbet

  • Aromatisieren von Schlagsahne

Und nun noch ein Rezeptvorschlag 😊:


Rezept Mädesüß-Sahne

Mädesüß ist eine natürliche und zugleich leckere Alternative zum Aromatisieren von Sahne und Süßspeisen.

Mit nur wenigen Zutaten lässt sich die Sahne verfeinern und das ganz ohne künstliche Zusätze.

Du brauchst dafür nur:

6-8 frische, erblühte Mädesüßblüten und 250 ml Schlagsahne

  • Um Blüten von Insekten zu befreien, werden sie kopfüber abgeschüttelt und anschließend auf einem sauberen Tuch ausgelegt.

  • Die Sahne in eine Rührschüssel gegeben und mit den Blütenständen des Mädesüß, ohne die dicken Stiele, auffüllen.

  • Mehrere Stunden, am Besten über Nacht, verschlossen im Kühlschrank ziehen lassen.

  • Am nächsten Tag die Blüten durch feinen Sieb abgießen und gut ausdrücken.

  • Falls die Zugabe von Zucker gewünscht ist, diesen hinzufügen und die Sahne steif schlagen.

  • Und schon ist die Mädesüßsahne fertig. Sie kann pur, mit Quark, Ricotta oder Mascarpone vermischt, verwendet werden. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

6.4. Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Nebenwirkungen

  • bei Überdosierung Übelkeit und Erbrechen möglich

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen Salicylate

  • Schwangerschaft und Stillzeit

  • Aktive Blutungen und Einnahme blutverdünnender Medikamente

7. Mädesüßkraut in der Kommission E


Bezeichnung des Arzneimittels

Filipendulae ulmariae herba


Bestandteile des Arzneimittels

Mädesüß enthält einfache Phenylgkykoside, vor allem Monotriptin und Spiraein, aus dem beim Trocknen eine kleine Menge ätherischen Öls entsteht, welches überwiegend aus Salcylaldehyd besteht. Weitere Inhaltsstoffe sind Monoterpene, Flavonoide und Gerbstoffe.


Pharmakologische Eigenschaften, Toxikologie

nicht bekannt


Anwendungsgebiete

Unterstützend zur Behandlung von Erkältungskrankheiten


Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit auf Salicylate


Nebenwirkungen

nicht bekannt


Besondere Vorsichtsmaßnahmen bei Gebrauch

nicht bekannt


Wechselwirkungen

nicht bekannt


Dosierung

allgemein empfohlen, soweit nicht anders verordnet:

3 - 6 g geschnittene Droge mit kochendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten durch Teesieb geben. Mehrmals tgl. eine Tasse trinken


Art der Anwendung

zerkleinerte Droge als Tee, sowie flüssige Darreichungsformen zur Einnahme


8. Quellenangaben


Quellenangaben
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  1. Pflanzen sicher erkennen

  2. Inhaltsstoffe, wofür verwenden - richtig anwenden

  3. Signaturenlehre, Wesen, Botschaft der Pflanze

  4. Wertvolles Wissen aus der TEM (traditionell europäische Medizin)



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Ich distanziere mich von jeglichen Heilaussagen oder Heilwirkungen. Alle Aussagen, die hier getroffen wurden, dienen der allgemeinen Information zur Pflanze. Die Quellen für meine Inhalte sind unzählige Sachbücher von Autoren wie z.B. Doris Grappendorf, persönliche Weiterbildungen, sowie Erfahrungen und Überlieferungen. Ein Heilversprechen zu geben, ist nicht gewollt und wäre auch nicht seriös. Was ich euch versprechen kann, dass ich alle Informationen überprüfe und nur für mich seriöse Quellen verwende. Es ist mir ein Anliegen, aufzuzeigen, in welcher Art und Weise man die vorgestellten Pflanzen in die Ernährung integrieren oder daraus wohltuende Kosmetik herstellen kann. Es wird keine Empfehlung zur Behandlung von Krankheiten gegeben. Bitte in jedem Krankheitsfall einen Arzt aufsuchen. 

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