Der Kriechende Günsel - ein vergessener Schatz in der Hausapotheke
- Gertraud Fußeder

- 8. Mai 2022
- 10 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Mai

Der Kriechende Günsel – auf Latein Ajuga reptans – hat sich fast unbemerkt an den Waldrändern bei uns in Bayern und Mitteleuropa ausgebreitet. Leider findet er viel zu wenig Beachtung...
Der Günsel wird zwar in vielen alten Kräuterbüchern beschrieben, allerdings finden sich kaum Studien oder Einträge in neuer Literatur. Vielleicht liegt es an dem sehr bitteren Geschmack der Blätter oder einfach daran, dass er vor unserer Nase wächst und sich somit kein Geld mit ihm verdienen lässt :-)
Ich persönlich fühle mich vom Günsel gerufen: Besonders am Frühlingsmorgen wenn ich durch die Wälder spaziere, fällt mir immer wieder sein magisch blauer Blütenteppich auf: Dicht an dicht recken sich kleine violettblaue Blütenkerzen aus dem Gras, umgeben von rosettenartig angeordneten, dunkelgrünen Blättern. Ich knie mich gerne nieder, betrachte die kriechenden Stängel, die am Boden wurzeln und wie ein grünes Netz die Erde umschmiegen. In diesem stillen Augenblick verspüre ich etwas Besonderes: Stille, Stärke und Verbindung gehen von dieser unscheinbaren Pflanze aus – als würde sie flüstern „Finde Ruhe und Halt“. Trotz ihrer Bescheidenheit und geringen Höhe hat sie eine Präsenz, die mich innehalten lässt, dem Herzschlag der Natur zu lauschen und meine innere Ruhe zu finden. Mein Herz weiß sofort: Dieses vergessene Pflänzchen hat eine Botschaft und Heilkräfte, die darauf warten, wiederentdeckt zu werden.
Wie auch immer... Wenn wir uns die wertvollen Inhaltsstoffe im Artikel ansehen, wird dir immer klarer werden, dass du den Günsel sowohl in der innerlichen als auch äußerlichen Anwendung nicht mehr missen willst :-) Viel Spaß beim Lesen.
Inhalt
Pflanzenportrait Kriechender Günsel
Standort: Günsel finden
Aussehen - Günsel erkennen
Verwechslungsgefahr
Überliefertes Wissen und Volksheilkunde
Gurgelkraut
Die Elementarkräfte im Günsel
Kriechender Günsel Inhaltsstoffe
Gerbstoffe
Bitterstoffe
Aucubin (Glycosid)
Anwendung Kriechender Günsel - ein Schatz in der Hausapotheke
Innerlich
Äußerlich
Balsam für bessere Wundheilung: Rezept & Anleitung

Pflanzenportrait Kriechender Günsel (lat. Ajuga reptans
Der Kriechende Günsel (lat. Ajuga reptans) ist eine bei uns in Bayern und ganz Mitteleuropa heimische Wildpflanze aus der Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae). Er ist eine bodenständige Heilpflanze mit vielfältigen traditionellen und modernen Anwendungen. Sie wächst bevorzugt an schattigen, feuchten Orten und bietet von April bis Juni eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Die Pflanze wurde historisch als Hausapotheke gegen Halsentzündungen, Wunden und Magenbeschwerden genutzt und besitzt eine starke symbolische Bedeutung in der Volksheilkunde.
Moderne Forschung bestätigt seine entzündungshemmenden, antibakteriellen und verdauungsfördernden Wirkstoffe wie Gerbstoffe, Bitterstoffe und Saponine.
Der Günsel fördert nicht nur die körperliche Heilung, sondern steht auch für innere Stabilität und Verbindung zur Natur.
Seine ganzheitliche Anwendung verbindet alte Traditionen mit zeitgemäßer Phytotherapie und lädt zu achtsamer Nutzung im Alltag ein.

Standort und Lebensraum - Günsel finden
Der Kriechende Günsel liebt schattige, feuchte Orte. In halbschattigen Wäldern und an kühlen Wiesenrändern fühlt er sich am wohlsten – dort, wo der Boden humusreich und feucht ist, kriecht er mit seinen Ausläufern über den Boden, verwurzelt an den Blattknoten und formt dichte Polster. Diese bescheiden-kleine Pflanze kann fast wie von Zauberhand unscheinbare Ecken beleben: Ein stiller Bodendecker, der mit seinen dip-blauen Blüten im späten Frühjahr Licht in dunkle Waldstellen bringt und die Aufmerksamkeit sanft auf sich zieht. Seine dunkelgrünen Blättchen bleiben teils sogar wintergrün, was seine Widerstandskraft betont.
Aussehen - Günsel erkennen und sicher bestimmen

Die bodendeckende, mehrjährige Wildpflanze ist auf Wiesen und Lichtungen aufgrund ihres aufrechten Standes schnell zu erkennen. Dies ist eigentlich ein Widerspruch für sich: der kriechende Günsel - eine Pflanze welche kerzengerade und aufrecht in der Wiese steht. Dazu aber gleich mehr.
Die Lila Blüten ragen vor allem im Frühsommer (zwischen März und Ende Juli/Anfang August) bis zu 30cm in die Höhe. Danach bildet die Pflanze keine neuen Blüten mehr. Besonderheit an den Blüten ist, dass die Pflanze sich hier perfekt an die Insektenwelt angepasst hat. Die einzelnen "Lippen" der Blüten sind nämlich wie eine Landebahn für Insekten geformt, welche dann direkt den Nektar aus der Blüte aufnehmen können.

Auch das flache, kriechende Wurzelgeflecht - das sogenannte Wurzel-Rhizom - ist ein auffälliges Erkennungsmerkmal. Die Ausläufer des Rhizoms sind vermutlich auch verantwortlich für die Namensgebung des kriechenden Günsels. Leider lässt es sich nicht zu 100% von der Oberfläche aus erkennen, man muss somit etwas mit den Händen oder einer kleinen Schaufel in die Erde graben. Was sich jedoch von der Oberfläche erkennen lässt, ist die bodendeckende Verbreitung, welche den Günsel wie einen violetten Teppich wirken lässt. Ebenfalls von der Oberfläche zu erkennen und leicht zu fühlen ist der vierkantige Stiel, welcher ab und zu mit feinen Härchen bedeckt ist.
Zum Schluss noch die Blätter des kriechenden Günsels: Sie sind spatelförmig und am Rand oft leicht gewellt. Das besondere ist, dass sie gegenständig am Stiel angeordnet sind, d.h. es befinden sich immer zwei Blätter genau gegenüber. Alles in Allem könnte meiner Meinung nach der Günsel sogar als Zierpflanze durchgehen, jedoch habe ich noch nie von jemandem gehört aktiv Günsel in seinem Garten angepflanzt zu haben :-)
Verwechslungsgefahr: Kriechender Günsel vs. Gundermann
Günsel und Gundermann sind einander sehr ähnlich. Beide gehören zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und kommen sehr häufig in der freien Natur vor. Bei den richtigen Verhältnissen stehen sie sogar oft direkt nebeneinander. Von Unkundigen wird der Gundermann somit oft mit dem Kriechenden Günsel verwechselt. Anbei ein paar Unterscheidungskriterien:

Grundsätzlich sind die beiden Arten nicht immer einfach zu unterscheiden, da sie in vielen Kriterien Ähnlichkeiten aufweisen. Alles in Allem ist eine Verwechslung aber auch nicht weiter "schlimm", da keine der beiden Pflanzen giftig/ungenießbar ist und auch die Inhaltsstoffe fast identisch sind :-) Dennoch finde ich es interessant, die Unterschiede zu kennen.
Der Kriechende Günsel: Überliefertes Wissen und Volksheilkunde - Signaturenlehre
Wenn man mit dem Günsel auf Tuchfühlung geht, merkt man: Altes Wissen flüstert einem leise die Bedeutung dieser Pflanze zu. Schon der lateinische Name reptans (kriechend) deutet auf das wachsende Netz seiner Wurzelausläufer hin – eine Signatur für Verbundenheit und Beständigkeit. Dabei spielt auch die farbenfrohe Erscheinung eine Rolle: Seine blauen Blüten und dunkelgrünen Blätter signalisierten unseren Vorfahren "Das ist eine Pflanze von Bedeutung". Die tief-violette Farbe ist ein Hinweis auf die Spiritualität. Sie steht in Verbindung mit den oberen Chakren, besonders dem dritten Auge. Sie unterstütz einen offenen, klaren Geist und die Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.
Gurgelkraut: Günsel bei Halsschmerzen
In der Signaturenlehre, jener alten Kunst aus der Traditionellen Europäischen Heilkunde (TEM), glaubte man, dass sich eine Pflanze durch ihr Äußeres offenbart, wofür sie hilfreich sein kann. Ein Beispiel: Die lippigen Blüten des Günsels und sein traditioneller Beiname „Gurgelkraut“ deuteten auf den hilfreichen Einsatz bei Hals- und Rachenbeschwerden hin. Tatsächlich wurde Kriechender Günsel schon im Mittelalter in Klöstern und dörflichen Hausapotheken als Heilpflanze gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum genutzt – man bereitete einen Tee oder Absud aus Blättern und Blüten und gurgelte damit bei Halsschmerzen.

Feuer & Erde – klärende und erdende Kräfte des Günsels
In der Signaturenlehre trägt der Kriechende Günsel zwei elementare Kräfte in sich: Feuer und Erde. Für mich offenbart die feurige Seite dieses Pflänzchens eine klärende, „durchputzende“ Kraft – wie ein kleiner innerer Funken, der Bewegung und Reinigung anstößt. Dieser Feuer-Aspekt zeigt sich zum Beispiel in den leichten ätherischen Ölen und Bitterstoffen des Günsels, die den Organismus sanft anregen und durchwärmen. So kann der Günsel dabei unterstützen, zu klären und in Fluss zu bringen, was an Stagnation feststeckt: Er regt mild Verdauung und Stoffwechsel an, fördert die innere Durchlässigkeit und hilft dem Körper, Ballast loszulassen und auszuleiten. Auch auf seelischer Ebene spürt man diese Feuerkraft des Günsels: Sie verleiht Mut und Klarheit, verbrennt trübe Stimmungen und schenkt neue Energie sowie Tatkraft, um wieder lichtvoll und entschlossen voranzuschreiten.

Gleichzeitig entfaltet sich im Günsel eine starke Erd-Kraft – bindend, stabilisierend und erdend. Sein kriechender, bodennaher Wuchs und die verwurzelnden Ausläufer spiegeln die verlässliche Erdverbundenheit wider. Diese erdige Qualität verbindet und stärkt das Gewebe: Die zusammenziehenden Gerbstoffe des Günsels vermitteln Halt und Struktur, indem sie entzündetes Gewebe beruhigen und wund gewordene Stellen zusammenziehen und schützen – ganz buchstäblich bindend und stärkend. Auf emotionaler Ebene ist die Erd-Energie des Günsels ebenso spürbar: Sie wirkt besänftigend und zentrierend, hilft, sich zu erden und innerlich Halt zu finden. So erlebe ich den Kriechenden Günsel als Vermittler zwischen den elementaren Kräften: eine Pflanze, die sowohl reinigt und klärt (Feuer), als auch bindet und stabilisiert (Erde) und uns damit in körperlicher wie seelischer Hinsicht in Einklang bringt.
Vom Wissen zum Verstehen - meine Einladung
In unserer schnelllebigen Zeit ist es verlockend, nur Rezepte zu sammeln und schnell zu konsumieren. Doch wie bei allen Heilpflanzen sollte es uns um mehr gehen als um die schnelle Wirkung. Der Günsel erinnert uns daran, das Wesen einer Pflanze verstehen zu wollen: Seine fleißigen Ausläufer vernetzen sich unter der Erde, halten den Boden fest – und so, wenn man genau hinschaut, begreift man, warum er auch unsere innere Stabilität fördern kann. Seine bürstenartige Wuchsform zeigt uns, dass er auch innerlich als "Bürste" helfen kann.
Im Hier & Jetzt lernen wir, die Natur wieder mit allen Sinnen zu lesen, statt nur gedankenlos Kräutertees zu schlucken. Die Signaturenlehre hat ihre poetische Weise, aber es ist erstaunlich wie nah sie meist an der Phythotherapie und den bestätigten Inhaltsstoffen und Wirkungen liegt. Für mich gehört das zum Ganzheitlichen Arbeiten einer Kräuterfrau bzw. Kräuterpädagogin dazu. Wenn du auch lernen willst, so zu arbeiten, dann lade ich dich herzlich zu meinem Kräuterjahr ein.

Kriechender Günsel Inhaltsstoffe
Was die Signaturenlehre bereits vermuten lässt, bestätigt wie so oft die Phytotherapie. Wie bereits erwähnt, ist der Kriechende Günsel etwas in Vergessenheit geraten und findet leider nicht die Beachtung, welche ihm meiner Meinung nach zustünde. Wenn wir uns nun die wertvollen Inhaltsstoffe ansehen, kann man daraus durchaus ableiten, wofür der kriechende Günsel sowohl innerlich und auch äußerlich Verwendung finden kann.

Gerbstoffe
Der Kriechende Günsel sticht vor allem durch seine hohe Konzentration an Gerbstoffen - eine Untergruppe der Polyphenole - hervor. Polyphenole sind eine große und heterogene Gruppe an sekundären Pflanzenstoffen, welchen unter anderem folgende Wirkung nachgewiesen wurde:
wirken adstringierend (zusammenziehend) auf Schleimhäute
unterstützen die Wundheilung
empfindliches Narbengewebe wird gestärkt
innerlich als natürliche Abwehr
sind antioxidativ und entzündungshemmend
stärken das Immunsystem
Beim Kriechenden Günsel hervorzuheben ist der Gerbstoff "Rosmarinsäure", welche natürlich in der Pflanze vorkommt. Aus Sicht der Wirkstoffe ist die Rosmarinsäure äußerst interessant und mittlerweile gut untersucht. Zusätzlich zu den oben beschriebenen Wirkungen kann dich die Rosmarinsäure antiviral und antibakteriell unterstützen.
Interesse? Der Weissdorn ist ebenfalls sehr reich an Gerbstoffen.
Bitterstoffe
Zu den fünf Geschmacksrichtungen, die wir mit unserer Zunge schmecken können, gehört neben sauer, salzig, süß und umami auch der bittere Geschmack. Leider hat sich der bittere Geschmack als "unangenehm" erwiesen und kommt in unserer modernen Ernährung nur noch selten vor. Verantwortlich für den bitteren Geschmack sind natürliche Pflanzenstoffe, sogenannte Bitterstoffe, welche in der richtigen Menge eine extreme Auswirkung auf unseren Körper haben. Bitterstoffe...
unterstützen eine rasch einsetzende Verdauung
fördern das Sättigungsgefühl
unterstützen die Durchblutung der Magenschleimhaut
regen die Speichelproduktion, die Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse an
Fettverdauung wird unterstützt
Unter den Bitterstoffen des kriechenden Günsels möchte ich nochmal gesondert "Harpagosid" nennen. Harpagosid ist inzwischen wissenschaftlich gut untersucht. Dem Bitterstoff wurden bedeutende Wirkungen bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen oder bei Gelenk- und Knochenbeschwerden nachgewiesen.
Aucubin (Glycosid)
Aucubin ist ein wichtiger sekundärer Pflanzenstoff aus der Stoffgruppe der Glykoside. Pflanzen bilden ihn vorrangig zur Abwehr von Fraßfeinden und er zeichnet sich vor allem durch seinen bitteren Geschmack aus. (Ist im weiteren Sinne somit auch ein Bitterstoff). Man weiß jedoch inzwischen aus der Wissenschaft, dass Aucubin für den Menschen ein interessanter Wirkstoff ist. Er wirkt
entzündungshemmend
reizmildernd
gegen Juckreiz
leberschützend
Achtung: Nicht dauerhaft einnehmen
Neben den positiven Eigenschaften der Gerbstoffe, muss man auch ein Wort zur Vorsicht anbringen. Konsumiert man über längeren Zeitraum Gerbstoffe, so kann es zu Nebenwirkungen wie Verstopfung kommen. Auch wirkt sich die reinigende Wirkung nach längerer Zeit auf die Schleimhaut aus: Sie kann sich entzünden und mit Schmerz reagieren. Du kannst dir das ganze vorstellen wie beim Autoputzen. Regelmäßiges Waschen mit dem Schwamm schützt die Oberfläche und den Lack. Putzt du jedoch täglich und das über einen langen Zeitraum, so wird sich der Lack schneller lösen und die Oberfläche beschädigt. Genau so verhält es sich mit dem Günsel. Regelmäßig eingenommen reinigt er deinen Körper von innen. Täglich über einen längeren Zeitraum eingenommen jedoch kann er die Oberfläche im Magen und Darm - die Schleimhäute - angreifen.
Als Faustregel gilt: Du kannst den Günsel 2-4 Wochen am Stück einnehmen (in welcher Form auch immer), danach solltest du jedoch wieder eine Pause von ca. 2 Wochen einlegen. Berücksichtigst du diese Regel, wirst du viel Spaß mit dem kriechenden Günsel haben! :-)
Anwendung Kriechender Günsel - ein Schatz in der Hausapotheke

Innerliche Anwendung des Günsels als Tee
Du kannst aus den getrockneten Blättern und Blüten des Günsels wunderbar Tee zur Unterstützung trinken. Einfach eine Hand voll mit heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und tadaaa: Fertig. Einfach - wohltuend - unterstützend. Bei der innerlichen Anwendung als Tee beim kriechenden Günsel bitte die oben beschriebene Faustregel einhalten und regelmäßig eine Konsum-Pause einlegen :-)
Innerliche Anwendung des Günsels als Mundspülung bei Entzündungen im Hals oder am Zahnfleisch
Ähnlich einfach ist es, eine Mundspülung anzusetzen. Einfach Blätter und Blüten des kriechenden Günsels - getrocknet oder frisch - in frischem Quellwasser ansetzen. Das Ganze 1Tag ruhen lassen und gelegentlich ein wenig umrühren. Im Anschluss Abseihen und die fertige Mundspülung 2 bis 3 x täglich etwa 30 Sekunden Gurgeln (und ausspucken) - ohne Chemie, ohne Plastikabfall und genau so effektiv. Wichtig: täglich frisch zubereiten, um Verkeimung zu vermeiden. Alternativ zum Kaltansatz kann dafür auch warmer Tee verwendet werden.
Äußerliche Anwendung des Günsels als Balsam zur Unterstützung der Haut
Kriechender Günsel ist wie oben beschrieben für die Haut vor allem aufgrund der vielen Gerbstoffe hilfreich. Er kann äußerlich angewandt unterstützen bei
Wundheilung,
Narbenrückbildung,
oder bei Gelenkschmerzen und Rheuma.
Wie stelle ich einen solchen Balsam her? Ein einfaches Rezept
Nach beliebiger Menge (bei mir 2 Gläser = ca. 500ml) Blätter und Blüten des Kriechenden Günsels in ein Glas füllen und im Anschluss das Glas mit qualitativ hochwertigem Öl (bei mir Olivenöl) übergießen, bis es voll ist. Das ganze nun ca. 4 Wochen ruhen lassen und idealerweise täglich schwenken. Eine komplette Anleitung für Mazerate findest du in meinem Artikel Ölauszug oder Mazerat selber herstellen - Verwendung und Anleitung

2. Balsam herstellen
Ist das Mazerat nach den 4 Wochen fertig kann man es nun zu einem wohltuenden Balsam weiter verarbeiten. Dazu gemessen an der Menge des Mazerates (bei mir 500ml)
15% Bienenwachs (bei mir 75g)
10% Shea-Butter (bei mir 50g)
5% Kakao-Butter (bei mir 25g)
zugeben. Das ganze im Wasserbad und beständigem Rühren erwärmen (Bienenwachs hat einen Schmelzpunkt von 65 Grad, darauf achten, dass nicht mehr Wärme entsteht). Wenn alles geschmolzen ist, kann das ätherische Öl (je nach Bedarf und Vorlieben ein paar Tropfen - bei mir Lavendel) untergerührt werden. Abschließend nimmst du alles aus dem Wasserbad und füllst es zügig in die vorbereiteten Salbentiegel.
PS: Ich habe aktuell noch keine Fotos des fertigen Balsams, da mein Mazerat erst 4 Wochen ruhen muss. Ich werden euch in 4 Wochen ein kurzes Update geben :-) Bis dahin kannst du dir die genaue Anleitung im Artikel Vogelmiere-Salbe DIY - Rezept und Anleitung ansehen. Es handelt sich zwar um eine andere Pflanze, jedoch bleibt das Vorgehen grob das Selbe.










🙂
Freue mich sehr über die Ausführlichkeit, war gar nicht leicht, Info zu finden. Danke!