Vogelmiere - zartes Heilkraut mit starken Eigenschaften

Aktualisiert: 13. Nov 2020


Vogelmiere - heimische Wildkräuter

Die Vogelmiere ist eines der heimischen Wildkräuter, dessen wertvolle Eigenschaften schon von Pfarrer Kneipp hoch geschätzt wurden. Im Volksmund hat sie auch die Namen Sternmiere, Hühnermiere oder Hühnerdarm. Die Namen Vogel- und Hühnermiere deuten darauf hin, dass sie eben von diesen sehr gerne gepickt wird.

Heute gehört es leider zu den Heilkräutern, die sehr oft übersehen werden. Das zarte Pflänzchen wirkt sehr unscheinbar und doch zeugt es von hoher Widerstandskraft, das selbst Frost und Kälte trotzt. Die Vogelmiere gehört zu den heimischen Wildräutern, die wir das ganze Jahr über ernten können, solange der Boden frostfrei ist.


Falls du dir als Gärtner zur Aufgabe gemacht hast, die als Unkraut bekannte Vogelmiere aus deinen Gemüsebeeten zu verbannen, wirst du dabei wenig Erfolg haben. Das ausdauernde Wildkraut wirkt wie eine lebendige Mulchschicht, die binnen weniger Tage wieder nachgewachsen ist. Wenn du diese Situation kennst, habe ich in diesem Beitrag gute Nachrichten für dich ;-) ...


Die Vogelmiere gehört zu den sogenannten Zeigerpflanzen. Ist die Vogelmiere in deinem Garten heimisch, kannst du dich eigentlich glücklich schätzen, zeigt sie dir doch, dass der Boden sehr nährstoffreich und von gutem Humus ist.


Steckbrief der Vogelmiere

Steckbrief der Vogelmiere / Stellariae mediae herba

Vogelmiere erkennen

Heilkraut Vogelmiere sammeln

Die Vogelmiere hat einen sehr feinen, zarten Wuchs. Sie kriecht nur wenige Zentimeter (meist 5 - 10 cm, selten bis zu 20 cm) über den Boden und bildet lange, feine Triebe. An den mehrfach verästelten Stängeln wachsen in Abständen von ca. 2 cm eiförmige, spitz zulaufende Blätter, die sich gegenüberstehen. Der Blattrand ist glatt, auch die Blättflächen sind beidseitig glatt. Die Stängel bilden immer wieder Wurzeln, ein sog. Flachwurzelsystem, welches auch sehr fein verästelt ist.


Wir können die Vogelmiere das ganze Jahr über ernten. Das Wildkraut wächst, sobald es frostfrei ist und bildet laufend kleine, zarte Blätter sowie feine, weiße Blüten. Man findet an dem Heilkraut fast immer Blüten- sowie Samenstände. Alle Pflanzenteile sind in der Küche, für die Kosmetik oder für Hausmittel zu verwenden.



Inhaltsstoffe der Vogelmiere


Die Vogelmiere bietet uns eine Vielzahl von Nährstoffen. Der wichtigste Vitalstoff dieser grünen Pflanze ist das Chlorophyll. Grüne Power das ganze Jahr über!

Doch sie überzeugt auch noch mit

  • Mineralstoffen, allen voran Kalium, Magnesium und Eisen

  • Vitamine, reichlich vorhanden Vitamin A und C

  • Sapione und Schleimstoffe

  • Kieselsäure

  • Gamma-Linolsäure


Vogelmiere - was sie alles kann:


Die Vogelmiere gilt als sehr bekömmlich. Auf schonende Weise kann sie eine gute Verdauung unterstützen. Die oben genannten Inhaltsstoffe sind bekannt dafür, dass sie unser Immunsystem stärken und mit Vitalstoffen versorgen.


Sie soll bei verschiedenen Hautproblemen für Linderung sorgen. Du kannst die nachfolgenden Anwendungsvorschläge ausprobieren bei juckenden / entzündeten Hautreizungen oder Ausschlägen. Ebenso kann sie eine Rheuma-Therapie unterstützen oder entzündete Gelenke beruhigen. Aus der Volksmedizin geht hervor, dass die Vogelmiere eine kühlende und abschwellende Eigenschaft besitzt.


All diese Eigenschaften machen sie zu einer beliebten Grundlage in Salben. Diese kannst du dir mit nur wenigen Zutaten ganz leicht selber herstellen. Ein Rezept sowie eine genaue Anleitung findest du in meinen Blogbeitrag Vogelmiere-Salbe DIY.


Bei grippalen Infekten wirkt ein Tee wohltuend, ein Smoothie erfrischend oder frischer Pflanzensaft vitalisierend.

Nach den langen Winterwochen weckt die frisch grüne Vogelmiere die Lebensgeister und vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit.



Vogelmiere Anwendungsbereiche

Vogelmiere - wie du sie verwenden kannst


Das Beste ist, wenn du das Wildkraut sofort frisch verzehren kannst. So kannst du dir sicher sein, dass die wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitamine, Spurenelemente und Vitalstoffe nicht durch Trocknung, Lagerung oder Weiterverarbeitung verloren gehen.

Meine Empfehlung für den Verzehr des frischen Heilkrautes ist, es in den Salat zu geben, in einen Quark oder direkt auf's Brot, z. B. Butterbrot.

Super schmeckt das Kraut auch als Beigabe in einem Smoothie aus Blattsalat und / oder Gurke, es harmoniert sehr gut mit allen Wildkräutern - meine Favoriten sind Brennessel und Giersch, abgerundet mit einem Spritzer Zitrone oder etwas naturtrüben Apfelsaft.


Vogelmiere Smoothie

Vogelmiere eignet sich auch hervorragend, um frisch gepressten, rohen Pflanzensaft zu gewinnen. Dieser strotzt nur so von Vitalstoffen wie Chlorophyll. Diesen Pflanzensaft kannst du auch verwenden, um z. B. selbst gemachte Nudeln oder Spätzle zu färben.

Wenn du im Frühjahr täglich ein bis 2 Esslöffel von dem frisch gepresstem Wildkraut zu dir nimmst, vertreibst du mit Sicherheit die Frühjahrsmüdigkeit. Toller Nebeneffekt, du wirkst einer Übersäuerung entgegen, oder kannst eine Entsäuerung unterstützen. Dieser Pflanzensaft ist absolut basisch.


Vogelmiere in der Küche

Für die Verwendung von frischen Kräutern darfst du kreativ sein. Immer dort, wo du die gewohnten Küchenkräuter verwendest, kannst du selbstverständlich auch Wildkräuter verwenden. Sie passen ganz allgemein immer zu Salaten, in Kräutersalz, Kräuterbutter, Kräuterquark, in Nudelteige, in Soßen, in den Brotteig, oder aufs Brot, ...

Auf meinem Bild siehst du Semmelknödel mit Wildkräuter, hier hab ich überwiegend die Vogelmiere verwendet.


Auch sehr lecker schmeckt Wildspinat. Hier passt die Vogelmiere hervorragend mit Brennessel und Giersch zusammen. Du kannst noch weitere Würzkräuter wie die Blätter der Schafgarbe, Gundermann, Frauenmantel, Spitzwegerich,... dazugeben. So ein Wildkräuterspinat ist sehr kraftvoll und kostet dich keinen Cent!




Du kannst aus der Vogelmiere ganz klassisch einen Kräutertee zubereiten. Bei dieser Zubereitung kannst du die Heilwirkung des Kräutes spüren. Zu den Inhaltsstoffen der Vogelmiere zählen Schleimstoffe und Sapione, deren Eigenschaften schleimlösend, harntreibend, entzündungshemmend sind. Außerdem begünstigen sie im Darm die Aufnahme anderer Inhaltsstoffe. Diese Eigenschaften unterstützen dich bei grippalen Infekten wie z. B. Husten. Die harntreibende Wirkung kannst du während einer Frühjahrskur nutzen - aber bitte daran denken, ausreichend Wasser zu trinken.


Um die wohltuende Wirkung für die Haut zu erfahren, kannst du aus einem warmen (Temperatur prüfen!) Tee einen Umschlag machen. Leg ein mit Aufguss getränktes Tuch auf das betroffene Gelenk oder die entsprechende Hautstelle und lasse es eine Zeit lang einwirken. Diese Anwendung empfiehlt sich bei Hautreizungen, juckender Haut, Gelenkbeschwerden, Wundheilung, ...

Die Leber freut sich über einen Leberwickel mit Vogelmierentee.


Eine tolle Möglichkeit für die Hautpflege ist die Zubereitung einer Salbe mit Vogelmiere. Dazu findest du in der Kategorie Rezepte Kosmetik mehr.




Vogelmiere - Blütenessenz


Stellaria media - die kleine Sternenblume


Wen spricht sie an?

Wem kann sie helfen?


Jede Pflanze hat Kennzeichen, die darauf hindeuten, welche Eigenschaften sie eines Menschen fördern oder zurückhalten könnten. Dieses Lesen einer Pflanze wird als Signaturenlehre bezeichnet und ist wissenschaftlich natürlich völlig haltlos. Ich finde es dennoch schön, sich mit dem Erscheinungsbild einer Pflanze näher zu befassen. Es gibt immer wieder Geschichten, welche das Wesen einer Pflanze erzählen. So gibt es auch zur Vogelmiere verschiedene Hinweise, wem das Wesen des Sternenkrautes zugute kommen könnte. Wie schon in der Beschreibung der Pflanze erwähnt, verfügt die Vogelmiere über eine ungeahnte Kraft, die erst nach dem zweiten Blick ersichtlich ist. Trotz widriger Umstände wächst sie beständig und kräftig. Die Bekämpfung als "Unkraut" stört sie nicht wirklich, sind findet beharrlich ihren Weg.


Könnte sie Menschen helfen, die

  • verzagt sind

  • aufgeben möchten

  • etwas Durchhaltekraft gebrauchen könnten

  • sich klein und unscheinbar fühlen

  • klare Grenzen setzen sollten

  • ihr Ziel aus den Augen verloren haben

Eine wunderbare und sanfte Methode ist, sich eine Blütenessenz zuzubereiten. Genau hier fängst du die Eigenschaften des Pflanzenwesens ein.


Das geht ganz leicht und du kannst es ohne großen Aufwand immer wieder zu Hause selber machen.


Pflücke dafür frische Kräuter, zupfe die zarten Blüten - und mache das Ganze in einer schönen Umgebung in liebevoller Stimmung. Such dir das schönste Glasschälchen das du hast, fülle es mit dem besten Wasser, leg die Blüten hinein und stelle es für ein paar Stunden in die Sonne. Wenn du der Meinung bist, es ist gut, dann trinke das Wasser und spüre die zarte Kraft dieser Essenz.

Mache das immer, wenn dir danach ist. Es wäre jedoch schön, daraus ein Ritual zu machen, welches 3 - 4 Wochen täglich (oder ein paar mal die Woche) angewendet wird.



Disclaimer:

Ich distanziere mich von jeglichen Heilaussagen oder Heilwirkungen. Alle Aussagen, die hier getroffen wurden, dienen der allgemeinen Information zur Pflanze. Die genannten Aussagen beruhen auf Erfahrungen und Überlieferungen. Ein Heilversprechen zu geben, ist nicht gewollt und wäre auch nicht seriös. Es ist mir ein Anliegen, aufzuzeigen, in welcher Art und Weise man die vorgestellten Pflanzen in die Ernährung integrieren kann. Es wird keine Empfehlung zur Behandlung von Krankheiten gegeben. Bitte in jedem Krankheitsfall einen Arzt aufsuchen.

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Kontaktadresse

Gertraud Fußeder

Holzhäuseln 8

D-84140 Gangkofen

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mail: gertraud.fusseder@t-online.de