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Scharbockskraut - essbar oder doch giftig?

Aktualisiert: 6. Jan. 2023


Scharbockskraut - Ranunculus ficaria

Wie schön ist es im Frühjahr, wenn wir die ersten zarten Wildkräuter sammeln können. Das Scharbockskraut gehört hier unbedingt dazu. Oft schon im Februar zeigen sich die sattgrünen, fleischigen, glänzenden Blätter auf feuchten Plätzen, Laubwäldern, Bachläufen und Ufern. Meist breiten sie sich zu größeren Teppichen aus, so dass du die nierenförmigen, auch herzförmigen Blätter eigentlich nicht übersehen kannst. Dies ist auch der Beste Zeitpunkt für die Ernte der vitaminspendenden Blätter. Ab März (je nach Witterung) strecken dann die leuchtend gelben Blüten, die aussehen wie kleine Sterne, ihre Köpfchen der Sonne entgegen. Sobald die Pflanze in voller Blüte ist, soll das Wildkraut nicht mehr geerntet werden. Ab erscheinen der Blüte bildet die Pflanze, die zur Familie der Hahnenfußgewächse gehört, das gifte Protoanemonin aus. Dabei handelt es sich um einen Stoff, der bei Hautkontakt Reizungen, Schleimhautreizungen bis hin zu Blasenbildung verursachen kann. Außerdem kann es Erbrechen / Durchfall auslösen. Vom Verzehr ab der Blüte ist also abzuraten. Zur Vollblüte ist dann der Höhepunkt der Bildung des Protoanemonin erreicht - wobei zu erwähnen ist, dass der Stoff vor allem in den Wurzeln vertreten ist.


Falls du dir bei der Pflanzenbestimmung unsicher bist und du das Scharbockskraut erst mit der Blüte eindeutig erkennst, solltest du dir bereits jetzt die Plätze merken, damit du im nächsten Frühjahr zeitig zur Ernte aufbrechen kannst.


 

Steckbrief Scharbockskraut



Inhaltsstoffe, Standort, Anwendung, Verwechslung, Erntezeitpunkt
Steckbrief Scharbockskraut - Ranunculus ficaria
 

Scharbockskraut erkennen


Scharbockskraut, Feigenkraut, Butterlume, essbar
Scharbockskraut Blätter - vor der Blüte
  • tritt in flächigem Wuchs auf, bildet oft größere Teppiche

  • bleibt flach, ca. 10 cm

  • fleischige Wurzelknollen

  • Blätter sind einzeln an einem ca. 10 cm langen Stiel

  • Blätter sind stark glänzend

  • Blätter sind nierenförmig / herzförmig

  • junge Blätter sind am Rand glatt, wenn sie älter werden, kann der Blattrand leicht gesägt sein

  • auf dem Bild sind junge Blätter vor der Blüte zu sehen


sternförmige Blüten des Scharbockskrautes, Hahnenfußgewächs
Scharbockskraut Blüte

die Blüten sind einzeln an Stielen, bis zu 15 cm lang

leuchtend gelb, sternförmig

Anzahl der Blütenblätter ist unterschiedlich, 8 - 12 Zungenblüten

Blüte 2 - 3 cm Durchmesser









 

Scharbockskraut Inhaltsstoffe


Am bekanntesten ist das Scharbockskraut wohl wegen des hohen Gehaltes an Vitamin C, was uns so zeitig im Frühjahr den ersten Energieschub von frischen Wildkräutern geben kann. Auf Grund des Stoffes Protoanemonin (giftig, vermehrt enthalten ab dem Zeitpunkt der Blüte) sollen die Blätter aber nur in geringen Maßen geerntet werden. Also nicht zu viel und nicht zu spät! Das sattgrüne Kraut enthält ca. 130 mg Vitamin C je 100 g, was jetzt verglichen mit Giersch, Brennnessel oder Vogelmiere nicht sooo viel ist. Trotzdem bietet es uns nach dem Winter eine vitaminreiche Ergänzung im Frühlingssalat, kleingeschnitten aufs Butterbrot oder in einen Kräuterquark / Kräuterbutter.

 

Scharbockskraut Anwendungsbereich

Aus früheren Überlieferungen wissen wir, dass die gefürchtete Krankheit Skorbut (Scharbock = alte Bezeichnung für Skorbut), die auf Vitamin C-Mangel zurückzuführen ist, mit den Blättern des Scharbockskrauts versucht wurde, zu heilen. Heute dienen die Blätter in kleinen Mengen als willkommene Ergänzung in Frühlingssalaten, aber als Vitamin-C-Spender gibt es sicherlich besser geeignete Pflanzen / Kräuter / Wildkräuter.


In der Signaturenlehre verwendete man das Scharbockskraut gegen Feigenwarzen. Dies ist auf die Ähnlichkeit der Wurzelknollen mit Feigenwarzen zurückzuführen.


Fazit: das Scharbockskraut ist eine schmackhafte Ergänzung in der Frühjahrsküche, es ist allemal wert, es in den paar Wochen, da dafür geeignet sind, zu ernten!



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Disclaimer

Ich distanziere mich von jeglichen Heilaussagen oder Heilwirkungen. Alle Aussagen, die hier getroffen wurden, dienen der allgemeinen Information zur Pflanze. Die Quellen für meine Inhalte sind unzählige Sachbücher von Autoren wie z.B. Doris Grappendorf, persönliche Weiterbildungen, sowie Erfahrungen und Überlieferungen. Ein Heilversprechen zu geben, ist nicht gewollt und wäre auch nicht seriös. Was ich euch versprechen kann, dass ich alle Informationen überprüfe und nur für mich seriöse Quellen verwende. Es ist mir ein Anliegen, aufzuzeigen, in welcher Art und Weise man die vorgestellten Pflanzen in die Ernährung integrieren oder daraus wohltuende Kosmetik herstellen kann. Es wird keine Empfehlung zur Behandlung von Krankheiten gegeben. Bitte in jedem Krankheitsfall einen Arzt aufsuchen. 

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